Wie verbessere ich meine Cannabisernte? 
Ein kleiner Heimzüchter, der für den persönlichen Gebrauch anbaut, will von ein paar Pflanzen doch genügend ernten, um den persönlichen Cannabisverbrauch decken zu können. Lesen Sie in diesem Artikel Tipps und Tricks, um die Qualität und das Gewicht der Cannabisernte zu verbessern. 

Die Grundlage für eine gute Ernte ist nicht nur gute Pflege. Was Sie ernten wollen, muss auch genetisch programmiert sein. Deshalb beginnen Sie immer mit Qualitätssamen von Cannabisarten mit guter Genetik, die Ihren Präferenzen entsprechen. Klassische Arten, die für hohe Erträge bekannt sind, sind Big Bud, Amnesia Haze, Super Silver Haze, Power Plant und Money Maker.

Wasser und Nahrung - lieber zu wenig als zu viel 
Der häufigste Fehler beim Anbau von Cannabispflanzen ist: zu viel Wasser. Wichtige Faustregel beim Anbau ist: zu viel ist schlechter als zu wenig. Das gilt für die Bewässerung und für die Nahrung. Kleine Sämlinge benötigen nicht viel Feuchtigkeit. Eine nasse Erde regt die Wurzeln der Keimling nicht an, sie entwickeln sich nicht, um Wasser zu suchen. Auch für größere Pflanzen ist zu viel Wasser schlecht. Wurzeln brauchen Sauerstoff, und nasse Erde enthält diese nicht ausreichend.

Plagron Alga Bloom

Folgen von zu viel Wasser
Falsche Bakterien starten Fäulnisprozesse, wobei die Pflanzenwurzeln stark beschädigt werden. Der Bedarf an Wasser ist nach Art der Pflanze verschieden. Die Temperatur und das Wachstum oder die Blütephase spielen dabei eine wichtige Rolle. Eine blühende Pflanze und eine Pflanze draußen in der warmen Sonne benötigen mehr Wasser. Machen Sie es sich zur Gewohnheit, den Topf der Cannabis-Pflanze täglich eben hochzuheben. Am Gewicht des Topfes bemerken Sie während des Anbaus schon, ob Wasser benötigt wird oder nicht.

Sehen Sie sich die Cannabispflanze an
Wie schon gesagt: auch Pflanzennahrung wird oft zu früh und zu viel gegeben. Das ist gut gemeint, aber es stört das Medium, in dem die Pflanze wächst und gedeiht. Von zu viel Nahrung können die Wurzeln verbrennen. Die überflüssige Nahrung können Sie nicht mehr aus der Pflanze ziehen. Seien Sie moderat mit der Nahrung und halbieren Sie die Dosis, die auf der Flasche angegeben ist. Beginnen Sie erst mit zusätzlicher Nahrung, wenn die Nahrung aus der Erde nicht mehr ausreichend ist. An einer Cannabispflanze können Sie sehen, ob sie Nahrung braucht, also schauen Sie sie gut an.

Die Farbe des Cannabisblatts sagt alles über Nahrung
Die Farbe des Cannabisblatts sagt alles über die Pflanze. Hellgrünes Laub ist hungrig und sollte (mehr) Nahrung erhalten. Dunkelgrüne Blätter sind gesättigt, machen Sie eben eine Pause und geben Sie das nächste Mal etwas weniger. Eine ausreichend genährte Cannabis-Pflanze hat eine schön gleichmäßig grüne Farbe. Eine Cannabispflanze, die zu viel Nahrung erhalten hat, hat verbrannte Blattspitzen und eine matte, tief grüne, fast bläuliche Farbe. Blütennahrung geben Sie nur dann, wenn die Pflanze überall Spitzen entwickelt, also nicht bei den ersten Blüteerscheinungen. Eine Cannabispflanze, die blühen wird, hat zuerst noch einen Wachstumsschub von mindestens 2 Wochen und benötigt Nahrung.

Cannabisblatts Dutch-Headshop

Säuregrad anpassen oder nicht
Die Nahrung, die Sie geben, muss für eine gute Ernte von der Pflanze auch gut aufgenommen werden. Wenn Sie mineralische Nahrung verwenden wie Plagron Terra, erwägen Sie dann, einen pH-Meter anzuschaffen. Dadurch können Sie sicherstellen, dass das Gießwasser und Nährwasser immer einen pH-Wert zwischen 5,8 und 6,0 hat. Bei organischem Anbau ist das genaue Einstellen des Säuregrads weniger wichtig. Die Nährstoffe werden weitgehend indirekt aufgenommen mit der Hilfe von nützlichen Bakterien aus dem Boden. Weil die Aufnahme der Nahrung weniger direkt ist, muss ein organischer Züchter dies berücksichtigen. Wenn man zu oft Nahrung gibt, ist Überdosierung auch hier die Folge.

Was Sie geben, werden Sie ernten
Verwenden Sie einen Spitzen-Booster wie Green Sensation von Plagron in der zweiten Hälfte der Blütezeit. Damit verbessern Sie Ihre Ernte direkt und beugen Sie einem Kalium- und Phosphormangel vor. Sugar Royal, auch von Plagon, ist ein Wachstums- und Blütestimulator. Weil dies die Produktion von Chlorophyll stimuliert, kann die Pflanze einen besseren Ertrag produzieren. Sugar Royal geben Sie ab der dritten Woche der Wachstumsphase bis eine Woche vor dem Ende der Blütephase. Beide Produkte wirken auf jeweils eine andere Art und können zusammen verwendet werden. Green Sensation gibt einen hohen EC-Wert. Reduzieren Sie die Blüte-Nahrung, wenn Sie Green Sensation geben.

Licht ist Gewicht
Der Ausdruck „Licht ist Gewicht“ lässt schon vermuten, dass neben guter Nahrung gutes Licht sehr wichtig ist für eine gute Ernte. Licht gibt man nicht schnell zu viel, maximal kann eine Cannabispflanze bis zu 100.000 Lux pro Quadratmeter haben. Durch Photosynthese setzt die Cannabispflanze Licht um in Energie, um zu wachsen und zu gedeihen. „Licht ist Gewicht“ ist ein bekannter Züchterausdruck und dies stimmt auch.

Ohne ausreichend gutes Licht streckt sich die Cannabispflanze und geht viel Energie verloren. Darüber hinaus werden die Spitzen an den Zweigen einer gestreckten, langen Pflanze weniger gut beleuchtet. Versuchen Sie, Pflanzen anzubauen, die die gleiche Höhe haben und hängen Sie die Lampe so nah wie möglich über die Spitzen.

Temperatur konstant – „viel Ernte in der Hand“
Eine relativ konstante Temperatur ist wichtig für eine große Ernte. Beachten Sie dabei, dass die Temperatur zwischen den Spitzen nicht zu hoch wird! Flauschige Knospen, die nicht kompakt sind, sind normalerweise das Ergebnis übermäßiger Temperaturen. Versuchen Sie, die Temperatur unter 27 Grad zu halten.

Auch wenn die Lampe ausgeht, sollte der Temperaturunterschied zwischen Tag und Nacht nicht mehr als maximal 10 Grad betragen. Eine kalte Nacht oder zu viel Unterschied zwischen Tag und Nacht kostet der Pflanze sehr viel Erholungszeit, was auf Kosten der Ernte geht. Eine gute Belüftung im Anbauraum ist wichtig für die Außenluft-Versorgung mit Sauerstoff und CO2. Wenn die verwendete warme Luft gefiltert und geruchlos nach außen abgelassen werden kann, ist es völlig ideal.

Manipulations-Techniken
Viele Indica-Sorten wachsen in dem bekannten Weihnachtsbaum-Modell. Sativa-Sorten können sehr groß werden, mit langen Zweigen, die unterstützt werden müssen, um das Gewicht der Knospen zu tragen. Es gibt verschiedene Anbautechniken, die entworfen wurden, um alle Spitzen so gut wie möglich zu beleuchten.

Scrogg
Bei SCROG-Anbau zum Beispiel wird die Pflanze in der Wachstumsphase gestutzt und werden die Zweige entlang eines horizontal gespannten Netzes geführt. Das Netz wächst völlig voll mit Knospen, die alle direkt unter der Lampe liegen.

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Stutzen
Eine weitere Manipulationstechnik zur Verbesserung des Ertrags ist das Stutzen der Pflanze. Indem man die Hauptknospe oder die oberste Spitze eines Zweiges entfernt, produziert die Pflanze mehr Spitzen. Stutzen und andere Techniken der Manipulation wendet man bei einer jungen Pflanze an, die sich noch in der Wachstumsphase befindet. Eine blühende Pflanze lässt man in Ruhe.

Kleine Zweige wegnehmen
Die untersten kleineren Zweige werden bei der jungen Cannabispflanze auch oft weggenommen. Der Gedanke dahinter ist, dass diese Zweige oft kleine, nicht kompakte Knospen entwickeln, sie sind ja am weitesten von der Lichtquelle entfernt. Die Pflanze steckt jetzt alle Energie in die anderen Spitzen, die wohl gut beleuchtet werden.

Spülen und Stressen erhöht den THC-Gehalt
Am Ende der Blütezeit wird eine Cannabispflanze gespült. Ungefähr zwei Wochen vor dem erwarteten Erntedatum geben Sie nur noch (gesäuertes) Wasser. So werden alle Nährstoffe aus dem Medium und der Pflanze gespült. Verwechseln Sie nicht das Wort „Spülen“ mit übermäßiger Bewässerung, zu viel Wasser ist immer falsch! Indem die Nährstoffe abgewaschen werden, erhält das Cannabis einen weicheren Geschmack. Nicht abgespültes Cannabis ist scharf im Geschmack und fördert Husten.

In der letzten Spülwoche gibt es noch ein paar Techniken, die sich darauf richten, dass die Pflanze zusätzliches Harz mit THC produziert. Eine bekannte Methode ist das Spalten der Pflanze. Der Stamm wird an der Unterseite mit einem scharfen Messer durch Schneiden eines Schlitzes in der Mitte aufgeteilt. Nachdem der Schlitz mit einem Messer geöffnet wurde, kann ein Bleistift oder Stöckchen durch geschoben werden. Der Saftstrom wird halbiert, aber nicht unterbrochen. Die Pflanze produziert jetzt zusätzliche Terpene und THC, um die Knospen zu schützen.

Eine andere häufig verwendete Methode ist, der Pflanze in der letzten Woche Eiswasser zu geben oder sie die letzten 2 Tage in völliger Dunkelheit stehen zu lassen. Wenden Sie die Stresstechniken in der letzten Woche der Blütephase = Spülphase an. Gestresste weibliche Cannabispflanzen beginnen männliche Züge zu entwickeln, um sich selbst zu bestäuben. Weil sie hierfür mindestens zwei Wochen brauchen, gehen Sie kein Risiko der Befruchtung ein, was dann mehr Samen als Knospen liefern würde.

Geduld wird belohnt
Der letzte, aber sicherlich nicht unwichtigste Tipp, um Ihre Ernte zu verbessern, ist Geduld. Eine Cannabispflanze in der letzten Blütephase befindet sich im Prozess der Verdickung und Verhärtung der Knospen. Die meisten Cannabissorten haben einen Zeitraum von 2–3 Wochen, in denen man sie ernten kann. Ernten Sie zu früh, dann erhalten Sie weniger Ertrag und weniger potentes Cannabis. Lassen Sie die Knospen gut reifen, bevor Sie ernten und erhalten Sie optimalen Geschmack, Potenz und Ertrag aus Ihrer Ernte.

Mikroskop
Mit einem Mikroskop oder einer Lupe können Sie die Trichome der Cannabispflanze untersuchen, um den Erntezeitpunkt zu bestimmen. Wenn Sie überwiegend milchige Trichome ernten, hat das Cannabis vor allem eine „High“- Wirkung. Je mehr bernsteinfarbene Trichome Sie sehen, desto mehr „stoned“ die Wirkung des Cannabis sein wird.

Geduld ist eine Tugend, aber warten Sie nicht, bis alle Trichome gelb sind. Wenn das Cannabis zu reif ist, wird das THC nämlich abgebaut und in CBN umgesetzt, das keine psychoaktive Wirkung besitzt.

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